Die Geschichte von Oberwölz

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Die Gegend um Oberwölz wurde seit der Bronzezeit begangen, wie einige Funde belegen. Die Wahl als Siedlungsort lässt sich auf die strategisch günstige Lage in dieser Zeit am Fernhandelsweg über das Glattjoch zurückführen, der als Verbindung über den Alpenhauptkamm von Deutschland nach Italien und Slowenien diente.

 

1007 schenkte der damalige deutsche König und spätere Kaiser Heinrich II. die Güter Welz und Katsch seinem Kanzler und persönlichen Berater Bischof Egilbert von Freising zum Dank für gute Dienste. Seit diesem Jahr bis einschließlich 1803 verblieb der Raum Oberwölz beim Bistum Freising. Mitte des 12. Jahrhunderts war Oberwölz noch von dörflicher Struktur ohne eigenen Handwerksstand, die Entwicklung zur Stadt erfolgte in den darauffolgenden 150 Jahren.
Aus dieser Zeit stammt auch die Stadtmauer mit den Stadttoren. Sie diente nicht nur zur Verteidigung, sondern bildete bis 1656 auch die Grenze der niederen Gerichtsbarkeit, welche der Bischof von Freising innehatte. Die Blutgerichtsbarkeit lag ursprünglich beim Hochgericht Frauenburg/Unzmarkt. Diese wurde im oben genannten
Jahr an die Herrschaft Rothenfels übertragen und endete 1803. Durch umfangreiche Handwerkstätigkeit erreichte die Stadt im Hochmittelalter ihre Blütezeit.
Besonderen Stellenwert hatte die Leder- und Lodenerzeugung sowie der Speikhandel. Aus dieser
Zeit stammen die Kirchen von Oberwölz sowie die Bürgerhäuser auf dem
Hauptplatz. Nach dem Niedergang des Handwerks erzeugte das Hammerwerk am Schöttlbach in der nördlichen Vorstadt in jüngerer historischer Zeit hochwertigen Stahl, das Roheisen
wurde dazu von Vordernberger Verlegern geliefert. Dieser Arbeitsplatz ging
nach der Konzentration der steirischen Eisenindustrie im Raum Eisenerz - Vordernberg - Leoben verloren.

 

Zu Beginn des 20. Jhds. wurde auch der Speikhandel sowie der Fernhandel über das Glattjoch eingestellt. - Durch die Errichtung neuer Verkehrswege im Zuge der Industrialisierung (Murtal,
Ennstal, Palten-Liesingtal) lag Oberwölz schließlich außerhalb des immer wichtiger werdenden Verkehrsnetzes und verlor dadurch endgültig seine wirtschaftliche Bedeutung.
Aus diesem Grund fand eine starke Abwanderung statt. Die Stadt brauchte nicht mehr zu
wachsen, die Befestigungsanlage musste nicht geschleift werden und blieb nahezu im Originalzustand erhalten.